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Pressemitteilung des Landgerichts Verden vom 9. Dezember 2020



Die 1. Große Strafkammer – Schwurgericht – hat die Anklage der Staatsanwaltschaft Verden vom 10. November 2020 (147 Js 20912/20) mit Beschluss vom 8. Dezember 2020 zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet (1 Ks 113/20).


Am Dienstag, den 22. Dezember 2020 um 9.00 Uhr beginnt das Verfahren gegen drei Angeklagte im Alter von 39 bis 53 Jahren wegen Mordes u.a.

Das Verfahren wird in der Stadthalle in Verden stattfinden.


Pressevertreter*innen werden aus organisatorischen Gründen vor dem Hintergrund der wegen der Corona-Pandemie auch dort eingeschränkten Sitzungssaalkapazitäten höflichst gebeten, ein eventuelles Teilnahmeinteresse an dem vorgenannten Hauptverhandlungstermin dem Pressesprecher des Landgerichts Verden – Richter am Landgericht Dr. Seeberg – spätestens bis zum 14. Dezember 2020, 14.00 Uhr, mitzuteilen.


Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten insbesondere vor, eine 19-Jährige am 9. April 2020 in Nienburg grausam, zur Verdeckung anderer Straftaten und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Die beiden männlichen Angeklagten im Alter von 40 und 53 Jahren sollen die Getötete zunächst ab dem 4. April 2020 unter Ausnutzung ihrer persönlichen Zwangslage – Erkrankung an einer paranoiden Schizophrenie – zur Prostitution veranlasst haben. Der 40-jährige Angeklagte habe ihr mindestens einen Freier vermittelt. Die 39 Jahre alte Angeklagte soll zur Zwangsprostitution Beihilfe geleistet haben. Nachdem die beiden männlichen Angeklagten festgestellt hätten, dass ihr Opfer aufgrund des Gesundheitszustandes zukünftig keine „Kunden“ würde bedienen können, sei das Opfer am 7. April 2020 in das Wohnhaus des 40-jährigen Angeklagten und am Tag danach in die auf dem Grundstück gelegene Garage gebracht und dort festgehalten worden. In dieser Zeit sei die Getötete geschlagen, geknebelt und gewürgt worden. Die Angeklagten seien dann zu dem Entschluss gelangt, dass die später Getötete beseitigt werden müsse, um die eigene Strafverfolgung – wegen vorgegangener Straftaten zum Nachteil des Opfers – zu verhindern. Hierzu hätten die Angeklagten vereinbart, dass das Opfer in die Weser geworfen werden solle. Gemeinsam hätten die Angeklagten das Opfer danach auf eine Waschbetonplatte gebracht und dort mit einem Stromkabel gefesselt. Anschließend seien entweder alle drei Angeklagten oder nur die beiden männlichen Angeklagten zur Weserschleuse in Balge gefahren, während die Angeklagte in Kenntnis des Tötungsvorhabens auf dem Grundstück geblieben sei und Spuren beseitigt habe. In Balge sei das auf der Betonplatte gefesselte Opfer sodann über das Geländer in die Weser gestoßen worden und dort durch Ertrinken verstorben.

Die Kammer hat für den Hauptverhandlungstermin drei Sachverständige geladen. Fortsetzungstermine werden gesondert mitgeteilt werden.


Das Landgericht Verden weist darauf hin, dass in den Räumlichkeiten des Landgerichts (und der Stadthalle Verden, soweit diese für Gerichtsverfahren durch das Landgericht genutzt wird) grundsätzlich ein Fotografier- und Filmverbot besteht.

Hiervon abweichend können zugelassene Pressevertreterinnen und Pressevertretern – soweit keine anderslautenden sitzungspolizeilichen Anordnungen vom Vorsitzenden einer Verhandlung getroffen werden – im Sitzungssaal Bilder und Filmaufnahmen anfertigen. Bilder und Aufnahmen von Angeklagten eines Strafprozesses sind aber nur zulässig, wenn diese unter Beachtung der Persönlichkeitsrechte (in anonymisierter Form; gepixelt o.ä.) veröffentlicht werden. Bilder und Aufnahmen während der Sitzung sind nicht zulässig.

Das Landgericht Verden bittet, auch Bilder und Filmaufnahmen der anwesenden Wachtmeister zu anonymisieren.




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