Logo des Landgerichts Verden (zur Startseite) Niedersachen klar Logo

Pressemitteilungen des Landgerichts Verden

Verhandlungen in Strafsachen vom 4. bis 6. Juli 2005



Mitteilung vom 01.07.2005
_________________________________________________________________________________

Montag, den 4. Juli 2005

Um 09:00 Uhr verhandelt die 1. große Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen Hamzi I. wegen schweren Raubes.

Dem 1978 geborenen Angeklagten wird vorgeworfen, am 6.Dezember 2003 in Sulingen gemeinsam mit zwei gesondert verfolgten Mittätern einen Überfall auf ein männliches Opfer geplant zu haben. Er soll deshalb zusammen mit den Mittätern von einem Versteck aus das Anwesen des Opfers zunächst beobachtet haben, sodann, gegen 23:00 Uhr, als das Opfer mit seinem Pkw eintraf und in die Garage fuhr, sich Strumpfmasken übergezogen und hinter dem Pkw in die Garage gelaufen sein. Der Angeklagte soll dabei ein "Rambo-Messer” und einer seiner Mittäter eine Gaspistole in der Hand gehalten haben. In der Garage sollen der Angeklagte und die Mittäter das männliche Opfer aus dem Pkw gezerrt, es durchsucht und ihm sodann das Portemonnaie abgenommen und das darin befindliche Bargeld 305,00 € eingesteckt haben.

Zu diesem Termin sind 5 Zeugen geladen.

Fortsetzungstermine hat die Kammer bestimmt für Montag, den 11. Juli 2005, 09:00 Uhr (5 Zeugen), Donnerstag, den 28. Juli 2005, 09:00 Uhr und Dienstag, den 16. August 2005, 09:00 Uhr.

Dienstag, den 5. Juli 2005

Um 08:45 Uhr verhandelt die 5. kleine Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen Hayati Ö. wegen Versuchs der Strafvereitelung. Es handelt sich um eine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Walsrode.

Um 09:00 Uhr verhandelt die 5. kleine Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen Sabine S. wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Es handelt sich um eine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Rotenburg (Wümme). Zu diesem Termin sind 1 Sachverständiger und 2 Zeugen geladen.

Um 11:00 Uhr verhandelt die 5. kleine Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen Sabine S. wegen Betruges. Es handelt sich um eine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Nienburg. Zu diesem Termin sind 2 Zeugen geladen.

Um 09:00 Uhr verhandelt die 3. große Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen J. (sogenannter Sasser-Wurm-Prozess) wegen des Vorwurfs der Datenveränderung, Computersabotage und Störung öffentlicher Betriebe.

Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, der Angeklagte war teilweise in dem ihm zum Vorwurf gemachten Tatzeitraum noch Jugendlicher.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Zeit zwischen dem 18. April und dem 7. Mai 2004 in Rotenburg und anderenorts den Computerwurm "Netsky” in mehreren Versionen programmiert und ihn entweder selbst oder mit Hilfe weiterer gesonderter verfolgter Beschuldigter per E-Mail über das Internet auf Computer mit dem Betriebssystem "Microsoft Windows” verbreitet zu haben. Dazu soll das Wurmprogramm als Dateianhang zu einer E-Mail versendet worden sein. Wenn der Dateianhang vom E-Mail-Empfänger geöffnet wurde, soll es sich selbstständig auf dessen Computer installiert haben. Bei der Installation sollen in der Registrierungsdatenbank des jeweiligen Betriebssystems des befallenen Computers Einträge vorgenommen und diese Datei insofern verändert worden seien, als bei jedem Neustart des Computers automatisch auch das Computerwurmprogramm gestartet wurde. Weiterhin soll das Programm Einträge in der Registrierungsdatenbank, die erforderlich waren, damit andere Virenprogramme, wie der Internetwurm Beagle, auf dem Computer nicht mehr ausgeführt werden konnten, gelöscht haben.

Das Wurmprogramm soll dabei selbstständig die Festdatenspeicher der befallenen Datenverarbeitungsanlage nach gespeicherten E-Mail-Adressen durchsucht haben, anschließend, ohne dass der Benutzer des Computers dies bemerken musste, neue E-Mails erstellt haben, die es jeweils an die ausgespähten Adressen versendete und denen als Datenanhang eine Kopie des Wurmprogramms beigefügt war.

Der Angeklagte soll darüber hinaus den Computerwurm Sasser in mehreren Versionen programmiert und ihn anfangs mit einem gesondert verfolgten Mittäter und später selbst über das Internet auf Computern mit den Betriebssystemen Windows 2000 und Windows XP verbreitet haben, indem er das Programm auf zufällig ausgewählte Rechnersysteme übertrug. Die weitere Verbreitung soll durch einen programmgesteuerten selbstständigen Verbindungsaufbau vom befallenen Computer zu weiteren am Internet angeschlossenen Datenverarbeitungsanlagen erfolgt sein. Über diese Verbindung sollen Teile des Programmes auf den neuen Computer, der sodann selbstständig das eigentliche Wurmprogramm über die bestehende Internetverbindung herunterlud, auf den neuen Rechner installiert und auf den Festdatenspeicher abgespeichert worden sein.

In der Registrierungsdatenbank der Betriebssysteme Windows XP und Windows 2000 sollen durch das Programm neue Einträge vorgenommen worden seien, die bei jedem Neustart des Betriebssystems das Computerwurmprogramm aufriefen. Durch das Sasser-Programm sollen im Arbeitsspeicher der befallenen Computerdaten der Betriebssystemkomponente "LSASS” teilweise überschrieben worden sein, wodurch Programmroutinen des Betriebssystems so gestört wurden, dass sich das Betriebssystem selbstständig beendete und die eigentlich vorgesehenen Datenverarbeitungsvorgänge nicht ausgeführt werden konnten. Nach dem automatischen Neustart erfolgte wiederum eine Überlastung des Betriebssystems mit der Folge der Beendigung des Betriebssystems, ohne dass an dem Computer von dem jeweiligen Benutzer gearbeitet werden konnte.

Durch den Start des Computerwurmprogramms wurden darüber hinaus Leistungsressourcen der Datenverarbeitungsanlage selbst und der angeschlossenen Netzwerke in erheblichem Umfang in Anspruch genommen, weil das Programm in einer Vielzahl von gleichzeitig ablaufenden Arbeitsvorgängen versuchte, sich selbstständig über das Internet zu verbreiten und auf anderen Computeranlagen zu installieren. Mindestens 142 Computeranlagen oder Netzwerke sollen durch die verschiedenen Versionen der Sasser-Würme befallen und nachhaltig gestört worden seien. Der von den bisher genannten Geschädigten bezifferte Schaden soll sich auf circa 130.000,00 € belaufen.

Die Kammer hat zum Termin am 5. Juli 2005 einen Sachverständigen und 2 Zeugen geladen, zu dem Termin am Mittwoch, den 6. Juli 2005, 09:00 Uhr hat die Kammer den Sachverständigen sowie 4 Zeugen geladen. Fortsetzungstermin hat die Kammer bestimmt für Donnerstag, den 7. Juli 2005, 09:00 Uhr.

Mittwoch, den 6. Juli 2005

Um 14:30 Uhr verhandelt die 13. kleine Strafkammer des Landgerichts Verden die Strafsache gegen Jan V. wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Es handelt sich um eine Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Rotenburg (Wümme). Zu diesem Termin ist 1 Zeuge geladen.

Presseinformationen Bildrechte: Land Niedersachsen
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln